Tätigkeitsbericht 2025 des Rechnungshofes veröffentlicht
Der Rechnungshof veröffentlichte heute seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 (pdf). Darin gibt er einen umfassenden Überblick über seine Arbeit. Im Jahr 2025 veröffentlichte er 63 Berichte sowie weitere 16 Prüfungen zum Parteiengesetz. Ende Dezember 2025 waren 90 Prüfungen im Laufen.
Der Rechnungshof wurde im Jahr 2025 selbst geprüft: Vom Deutschen Bundesrechnungshof und vom National Audit Office des Vereinigten Königreiches im Rahmen einer Peer Review (pdf).
Im Podcast "Trust" spricht Margit Kraker, Präsidentin des Rechnungshofes, über das Prüfungsergebnis und welche Schlüsse der Rechnungshof für seine Arbeit daraus zieht.
Podcast Trust: Staffel 5 | Episode 5 – Bereitschaft zur Innovation
Außerdem heute neu aus dem Rechnungshof: Das Nachfrageverfahren im Jahr 2025 (pdf) für das Jahr 2024. Dabei fragt der Rechnungshof bei den überprüften Stellen nach, ob sie seine Empfehlungen umgesetzt haben. Demnach wurden 88,4 Prozent der Empfehlungen umgesetzt, teilweise umgesetzt oder deren Umsetzung wurde zugesagt. Es blieben allerdings auch – wie bereits in den Vorjahren – einige wesentliche Empfehlungen offen. Zum Nachfrageverfahren ist eine interaktive Grafik verfügbar.
Im Folgenden lesen Sie das Vorwort zum Tätigkeitsbericht 2025 von Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker:
Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Mit dem Tätigkeitsbericht bilanziert der Rechnungshof jährlich über seine Arbeit. Das Jahr 2025 war wiederum ein sehr intensives Jahr für den Rechnungshof. Es galt, mit relevanten Prüfungen und Berichten einen Beitrag zu einer sorgsamen Haushaltsführung des Staates zu leisten und die Notwendigkeit struktureller Reformen anhand von Prüfungsergebnissen immer wieder aufzuzeigen.
In Zeiten schwieriger globaler Rahmenbedingungen ist es umso wichtiger, dass der Staat auf all seinen Ebenen seine Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellt. Keine Ebene des Staates einschließlich der Selbstverwaltungskörper kann sich davon ausnehmen. Dies gilt im Besonderen im Hinblick auf die dringend notwendige Konsolidierung des Staatshaushaltes, aber die Zukunftstauglichkeit gilt für sämtliche Aufgabenbereiche, sozial, ökonomisch, sicherheitspolitisch und ökologisch. Um an die Probleme der Zeit offensiv heranzugehen, müssen wir jedenfalls für eine positive Einstellung zur Zukunft werben. Es geht um ein Zukunftsvertrauen als Basis für den gemeinsamen Erfolg. Erst Veränderungen können neue Perspektiven eröffnen, die wir jetzt noch gar nicht sehen. Aber das Einlassen auf Veränderung erfordert Mut und Gestaltungskraft. Die Frage ist: Was müssen wir tun, um ein qualitätsvolles Leben auch in Zukunft zu sichern? Welche neuen Chancen tun sich für uns auf? Wie begegnen wir neuen Gefahren, ohne nur von Angst getrieben zu sein? Es gilt also, den Blick nach vorne zu richten und einen überzeugenden Leitfaden für die gemeinsame Zukunft zu entwickeln. Etwas herbeizusehnen, das nicht mehr ist oder auch gar nie so war, hilft mit Sicherheit nicht, um die Fragen der heutigen Zeit zu lösen.
In Summe hat der Rechnungshof im Jahr 2025 63 Berichte veröffentlicht. Es handelt sich um Berichte zu allen Lebensbereichen mit jeweils zukunftsgerichteten Empfehlungen an die unterschiedlichen überprüften Stellen. Es ist mir sehr daran gelegen, die Wirksamkeit unserer Empfehlungen noch mehr zu unterstreichen. Dazu lade ich alle Vertretungskörper, den Nationalrat, die Landtage, die Gemeinderäte und die Kammerparlamente sowie die Organe der Sozialversicherungen ein, sich intensiver mit der Frage der tatsächlichen Umsetzung von Empfehlungen zu befassen. Denn nur mit ihrer Unterstützung wird es gelingen, ernsthaft Reformen für Österreich voranzutreiben.
Zudem haben wir im Jahr 2025 16 Prüfungen zum Parteiengesetz, also zu den Rechenschaftsberichten und Wahlwerbungsberichten der politischen Parteien, abgeschlossen und veröffentlicht. Der Rechnungshof Österreich ist nunmehr bereits das dritte Jahr in Folge mit dem Mandat der jährlichen Abschlussprüfung der OSZE betraut. Damit leistet der Rechnungshof seinen Beitrag zum österreichischen Amtssitz der OSZE und unterstützt deren Handlungsfähigkeit als internationale Organisation. Immerhin ist der österreichische Rechnungshof als Sitz der INTOSAI ein international bestens vernetzter Rechnungshof. Im Oktober 2025 fand der XXV. INCOSAI, der alle drei Jahre veranstaltete Kongress der INTOSAI, mit rund 700 Teilnehmenden in Ägypten statt.
Schließlich hat sich der Rechnungshof selbst im Jahr 2025 einer Peer Review durch den deutschen Bundesrechnungshof und das National Audit Office des Vereinigten Königreiches unterzogen. Wir wollten von international renommierten Peers wissen, ob unser Prüfprozess sämtlichen internationalen Standards entspricht und ob es aus Sicht der Peers Innovationspotenziale beim Prüfen gibt. Es freut mich außerordentlich, dass das Prüfurteil unserer Peers, das wir am 12. Dezember 2025 erhalten haben, hervorragend ausgefallen ist und der österreichische Rechnungshof als starke Prüfinstitution bewertet wurde, die ihr Mandat vollumfänglich, professionell und objektiv erfüllt sowie die permanente Bereitschaft zur innovativen Weiterentwicklung aufbringt. Entsprechend den Empfehlungen habe ich mir zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren mittels „Innovation-Labs“ im Rechnungshof neue, zeitgemäße Prüfmethoden zu erproben. Es gilt nämlich, auch die Kontrolle ständig zu verbessern.
In diesem Sinne wünsche ich eine interessante Lektüre und bedanke mich bei allen für die stets gute Kooperation.
Margit Kraker, Präsidentin des Rechnungshofes
- pdf Datei:
- 12,948.6 KB
- Umfang:
- 128 Seiten
Tätigkeitsbericht 2025 des Rechnungshofes
- pdf Datei:
- 4,170.1 KB
- Umfang:
- 238 Seiten
Nachfrageverfahren im Jahr 2025
Interaktive Grafik zum Nachfrageverfahren